
Schrödingers Katze
Der Apfel
fällt nicht weit vom Stamm. Sagt man.
Lassen wir den wissenschaftlichen Nährwert der Aussage mal beiseite.
Fest steht auf jeden Fall: Der Apfel fällt niemals nach oben!
Und Herr Newton hat uns das vor über 300 Jahren auch anschaulich erklärt.
Pech bloß:
Die klassische, Newtonsche Mechanik ist mittlerweile längst durch die
Quantenmechanik ersetzt worden.
Und die ist leider etwas schwerer verständlich, oder, überspitzt
formuliert:
So ganz versteht sie keiner.
Ganz besonders, wenn sie uns Dinge erklärt, die wir täglich sehen.
Physiker können heutezutage sogar Atome sichtbar machen. Uns interessiert jedoch eigentlich, was die Quantenmechanik für alltägliche Gegenstände, wie zum Beispiel ein Auto oder eben eine Katze bedeutet.
Nimmt das
Objekt, das wir beschreiben wollen, makroskopische Ausmaße an,
so bekommen wir jedoch Schwierigkeiten.
Das gesamte System (zu messendes Objekt + Messapparatur) befindet sich vor
der
Messung in einem Überlagerungszustand. Makroskopisch
sind uns solche Zustände jedoch nicht bekannt.
Erwin Schrödinger legte dieses Problem mit seinem berühmt gewordenen
Gedanken-Experiment dar:
Eine Katze wird zusammen mit einem Geigerschen Zählrohr in eine Kammer gesteckt. In der Kammer befindet sich eine geringe Menge radioaktiver Substanz, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Atome nach einer Stunde zerfallen ist, 50 Prozent beträgt. Zerfällt ein Atom, registriert dies das Zählrohr und lässt mit einem Hammer einen Behälter mit Giftgas zerschlagen. Die Katze stirbt.
Die radioaktive Substanz befindet sich nach einer Stunde in einer Superposition aus "zerfallen" und "nicht zerfallen". Da das Leben der Katze von dem Zustand der radioaktiven Substanz abhängt, befindet sich diese ebenfalls in einem Überlagerungszustand:

Schrödingers Katze besitzt weder die Eigenschaft
tot noch die Eigenschaft lebendig. Erst wenn
jemand in die Kiste sieht, geht die Katze durch den Kollaps der Wellenfunktion
in einen der
Zustände "tot" oder "lebendig" über.
Nach der Kopenhagener Deutung ruft der "bewusste Beobachter" diesen
Kollaps hervor:
Bisher hat logischerweise noch keiner eine Katze in einer solchen
Superposition angetroffen.
Doch vorstellen kann man sich das auch nicht.
Der Haken ist die Rolle des "bewussten Beobachters": Ich messe, also
ist sie!
Aber: Kann sich eine Katze nicht darüber bewusst sein, ob sie tot oder
lebendig ist?
Wo ist die Grenze zwischen quantenmechanischem ("unbewusstem") und
bewussten Systemen?
Schließlich bestehen wir doch auch aus quantenmechanischen
Objekten wie Elektronen und Atomen.
Die Konsequenz der Kopenhagener Deutung:
Muss uns laufend jemand beobachten, damit wir nicht in einer Überlagerung
aus verschiedenen Zuständen verharren müssen?
Und wer beobachtet diese Person?
Oder mit den Worten von Harry Mulisch aus seinem Roman
"Die Entdeckung
des Himmels":
"Müsste, um die Welt zusammenzuhalten,
nicht
eigentlich immer jemand ununterbrochen auf sie schauen?"



Siam
Die klassische Kurzhaar-Edelkatze. Wenn sie, wie immer behauptet wird, wirklich aus Siam kommt, müsste man sie heute Thailand nennen! Vielleicht klingt aber Siam auch nur hübscher, schöner, exklusiver!!
